
Chor-Kooperation in Dessau
Zusammenarbeit der Opernchöre Weimar und Dessau Für den Chor des Anhaltischen Theaters Dessau
ist es eine neue Erfahrung, mit einem zweiten professionellen Opernchor
gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Wie es ist, in einem Chor
mit einer Stärke von 80 oder mehr Sängern zu singen,
erleben Opernchöre großer Theater täglich – für
uns aber war es ein neues Gefühl.
Leider sind in dieser Inszenierung die beiden
Chöre mit unterschiedlichen
Aufgaben betraut. Während der Opernchor des Deutschen Nationaltheaters
Weimar als Moskauer Volk im 1. Akt dominiert, steht unser Dessauer
Opernchor im 3. Akt als „Strelitzen“ im Vordergrund.
Lediglich im 5. Akt kommt es zu einer Verschmelzung beider Klangkörper.
Aus dieser Einteilung ergab sich, dass neben
der getrennten musikalischen Einstudierung zum großen Teil auch getrennte Bühnenproben
durchgeführt wurden. Die Weimarer Kollegen hatten bereits
zu Hause erste Bühnenproben absolviert. In Vorbereitung auf
dieses große Werk mussten sie dann zirka vier Wochen lang
getrennt von ihren Familien in Dessau Quartier beziehen. Zwischendurch – an
den probenfreien Tagen und Wochenenden – hatten sie außerdem
in Weimar den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Unterbringung
in zum Teil spärlich möblierten Mehrbettzimmern, häufige
An- und Abreisen per Bus und Probleme bei der privaten Organisation
im familiären Bereich: Die Belastung der Weimarer Opernchorsänger
war enorm. Allein aus diesem Grund lassen sich solche durchaus
interessanten Projekte sicher nicht allzu oft wiederholen.
Neben der Zusammenarbeit mit dem Weimarer Opernchor
gab es für
uns ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Chordirektor Markus
Oppeneiger, der als derzeitiger Chordirektor den Weimarer Opernchor
leitet. Die Leitungs-Funktion des „Chowanschtschina“-Projekts
hatte – gemäß der im Vorfeld getroffenen Absprache – in
dieser in Dessau stattfindenden Inszenierung der Dessauer Chordirektor
Helmut Sonne. Diese Leitungsfunktion wird im Rahmen der in der
nächsten Spielzeit geplanten Umsetzung in Weimar auf den dortigen
Chordirektor übergehen.
Die Mitglieder beider Chöre haben sich große Mühe
gegeben, einen guten Kontakt zu den Kollegen des jeweils anderen
Chores herzustellen. Sicherlich gibt es hier und da noch Möglichkeiten,
durch exaktere Planung der Abläufe den Probenprozess bei zukünftigen
Ereignissen dieser Art zu verbessern, um z.B. zeitliche Leerläufe
zu vermeiden. Insgesamt sind wir aber der Meinung, dass diese Partnerschaft
mit den Weimarer Kollegen ein erstes für uns erfolgreiches
Experiment war, mit einem anderen Opernchor ein großes Werk
der Musikgeschichte zu realisieren. Mit dem Ergebnis, aus dem wir
alle neue Erfahrungen gezogen und von dem wir künstlerisch
profitiert haben, sind wir sehr zufrieden. Es ist zu hoffen, dass
dadurch eine weitere Zusammenarbeit beider Theater in der Zukunft
besiegelt wurde.
Hartmut Leske /
HL
Tarifabschluss 2011– Einigung in erster Runde
Schon in der ersten Verhandlungsrunde zur diesjährigen Anpassung
der Vergütungen der nach NV Bühne Beschäftigten
am 6. April 2011 in Köln konnten sich die Gewerkschaften VdO
und GDBA mit dem Deutschen Bühnenverein über die Vergütungsanpassungen
im Jahr 2011 einigen. Das Ergebnis gestaltet sich – in Anlehnung
an den jeweiligen Tarifbereich im öffentliche Dienst – wie
folgt:
Die Beschäftigten der TV-öD-Theater erhalten eine Einmalzahlung
von 240 Euro, die der TV-L-Theater von 360 Euro, zahlbar jeweils
bis spätestens 30.06.2011.
Die Gagen der Solo-Mitglieder und Bühnentechniker werden – im
Tarifbereich TVöD ab April 2011 um 1,2%, – im Tarifbereich
TV-L ab April 2011 um 1,5% erhöht.
Die Gagen der Opernchor- und Tanzgruppenmitglieder werden – im
Tarifbereich TV-L ab April 2011 um 1,5% erhöht. Für die
Mitglieder im Tarifbereich TVöD gilt folgendes: Die bislang
gezahlte Zulage von 0,3% wird ab 01.01.2011 um 0,6% auf 0,9% erhöht;
ab 01.08.2011 entfällt die Zulage, da dann die Gagenrahmen
im Bereich TVöD denen des TV-L-Bereichs angepasst werden.
Rechnerisch bedeuet dies eine weitere Erhöhung um 0,6%, also
nahezu 0,1% mehr als bei den Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes.
Damit sind die Gagenrahmen für Opernchor- und Tanzgruppenmitglieder
im Tarifbereich TV-L ab 01.04.2011, für die im Tarifbereich
TVöD ab 01.08.2011 wie folgt bestimmt:
1a ab 2.884,- €
1b von 2.816,- € bis 2.883,- €
2a von 2.579,- € bis 2.815,- €
2b von 2.168,- € bis 2.578,- €. Die Besitzstandszulagen werden im Tarifbereich TVöD ab 01.01.2011
um 0,6% und ab 01.08.2011 um weitere 0,5%, im Tarifbereich TV-L
ab 01.08.2011 um 1,5% gesteigert.
Für die Hessischen Staatstheater, das Stadttheater Gießen
und das Hessische Landestheater Marburg gelten die Regelungen,
wie sie für den Tarifbereich TV-L verabredet wurden.
Der Tarifvertrag gilt insgesamt nicht für die Theater in Berlin,
das Landestheater Eisenach, das Staatstheater Cottbus, die Mittelsächsische
Theater und Philharmonie GmbH Freiberg / Döbeln, die Neue
Bühne Senftenberg und, soweit der dortige Austritt aus dem
KAV mit der Folge wirksam ist, dass die von diesem vereinbarte
Tarifanpassung für das nicht-künstlerische Personal nicht
anzuwenden ist, für die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg
/ Neustrelitz.
Wir gratulieren
zum 35-jährigen VdO - Jubiläum
Jürgen Stahl, Staatsoper Hamburg
zum 25-jährigen VdO – Jubiläum
Heike Wagner, Bühnen der Stadt Köln
zum 35-jährigen Bühnen-Jubiläum
Jürgen Stahl, Staatsoper Hamburg
zum 25-jährigen Bühnen-Jubiläum
Gerald Geiling, Schleswig-Holsteinisches
Landestheater
Arletta Walczewski, Theater Hagen
Margriet Schlössels, Vereinigte Städtische Bühnen
Krefeld und Mönchengladbach
Carsten Mende, Anhaltisches Theater Dessau
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