
Neue Studie zu Kulturräumen in Mecklenburg-Vorpommern
Die Unternehmensberatung „viventure culture solutions“ legte
vor kurzem eine unabhängige Studie für eine Neuordnung
der Theater- und Orchesterlandschaft MV vor – nicht als Gegenentwurf
zum Diskussions- und Eckpunktepapier des Kultusministers Tesch
aus dem August 2008, sondern „als Konkretisierung und Weiterentwicklung
sowie als Impuls, die strukturellen Veränderungen nicht aufzuschieben,
sondern möglichst zeitnah zu realisieren“.
Kulturräume
Die Studie sieht dementsprechend ebenfalls die Schaffung von
Kulturräumen
vor, die jedoch nicht nach Westen und Osten, sondern nach Norden
und Süden aufgeteilt sind; so sollen ein Kulturraum OSTSEE
und ein Kulturraum MECKLENBURGISCHE SEEN geschaffen werden, die
zwar jeweils unter einheitlicher Geschäftsführung stehen,
aber jedem Haus eine eigenständige künstlerische Leitung
erhalten sollen. Die ursprünglich vorgesehene Zuschusskürzung
des Landes für die Theater auf 35,8 Millionen soll erhalten
bleiben, aber durch vorgezogene Strukturänderungen, die Einführung
eines Semi-Stagione-Modells, eine insgesamt verminderte Anzahl
von Vorstellungen und Neu-Inszenierungen den Abbau von Stellen
durch „natürliche Fluktuation“ und Einnahmesteigerungen
mithilfe eines übergreifenden Marketingkonzepts bewältigt
werden.
Konkrete Vorschläge
Diese von der Deutschen Orchester-Stiftung unterstützte Studie
trifft auf politischer Seite zum Teil auf große Kritik, weil
sie zu spät komme. Dies kann nicht nachvollzogen werden, da
an nahezu allen Standorten durchaus noch Zeit und Raum für
entsprechende Anpassungen gegeben sind. Insgesamt positiv festzuhalten
ist, dass die Studie im Grunde erstmals konkrete und kulturpolitisch
fundierte Vorschläge zu Strukturänderungen macht, die
nicht nur auf die Erhaltung der vier Orchester, sondern im Wesentlichen
auch auf die insbesondere künstlerische Erhaltung der wesentlichen
Theaterstandorte abzielt. Die Diskussion, ob hierfür lediglich
zwei Kulturräume ausreichen oder nicht doch drei sinnvoll
sind, sollte nicht als abgeschlossen betrachtet werden, in jedem
Falle aber ist die vorgeschlagene Neuordnung deutlich ausbalancierter – sowohl
in ökonomischer wie auch in künstlerischer Hinsicht.
Wir gratulieren
zum 25-jährigen VdO - Jubiläum
Mariko Migita, Oper Frankfurt am Main
Cornelia Stettner-Groth, Oper Frankfurt am Main
Gwendolyn Jones-Rose, Staatstheater Nürnberg
zum 25-jährigen Bühnen-Jubiläum
Peter Kassel, Bayerische Staatsoper München
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