
Versorgungseinrichtungen der deutschen Bühnen und Kulturorchester
auch in der Krise stabil
Die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) ist die
in München ansässige, von der Bayerischen Versorgungskammer
verwaltete Pflichtversorgungseinrichtung für die bei den Theatern
in Deutschland beschäftigten Bühnenangehörigen.
Ihre Aufgabe ist es, den Versicherten und deren Hinterbliebenen
eine angemessene Versorgung gemäß Gesetz (Tarifordnung)
und Satzung zu gewährleisten. Die einem Betriebsrentensystem
vergleichbaren Versorgungsleistungen umfassen vornehmlich Alters-,
Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten sowie freiwillige
und einmalige Leistungen.
Anders als die gesetzliche Rentenversicherung finanziert die
VddB ihre Leistungen nach einem Anwartschaftsdeckungsverfahren
auf der
Grundlage geleisteter Beiträge: Mitglieder (Bühnenunternehmer)
und Versicherte (Bühnenangehörige) zahlen jeweils zur
Hälfte ihre nach dem Diensteinkommen gestaffelten Pflichtbeiträge.
Dieses so genannte „Kapitaldeckungsverfahren“, wonach
die Versicherungsleistungen sich nach den Erträgen des eingezahlten
und verzinsten Kapitals bestimmen, hat zwangsläufig unmittelbare
Abhängigkeiten zwischen dem allgemeinen Kapitalmarktgeschehen
und der Leistungspotenz sowie der Risikotragfähigkeit von
Versorgungswerken zur Folge. Die seit Jahren auf in der Regel unter
2,75 Prozent gesunkenen Leistungsversprechen der Lebensversicherungen,
die auf Kapitaldeckungsverfahren basieren, bilden hierfür
die trefflichsten Beispiele. Vorstands-Entlastung
Ob und inwieweit die Bayerische Versorgungskammer als institutioneller
Kapitalanleger den aktuellen Turbulenzen an den internationalen
Finanzmärkten Widerstand leisten, gar von ihnen sich abkoppeln
konnte, war eine der wichtigsten Fragen, die der Verwaltungsrat
der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen auf seiner Jahressitzung
am 23./24. Oktober 2008 mit dem Vorstand der Bayerischen Versorgungskammer
erörtern konnte (wobei es einer gewissen Pikanterie nicht
entbehrte, dass die Sitzungen im Haus der Bayerischen Landesbank
stattfanden, deren Beschäftigte unten im Hof gegen die geplante
Entlassung eines ihrer Vorstandsmitglieder demonstrierten, während
fünf Stockwerke höher der VddB-Vorstand sich in einstimmiger
Entlastung und anerkennenden Erklärungen sonnen durfte). Konservative
Anlagen
Denn so viel ergab sich aus Büchern, Bilanzen und Berichten:
Das gute Risikomanagement und die konservative Anlagepolitik der
Bayerischen Versorgungskammer bewirkte zwar keine vollständige
Abkoppelung vom weltweiten Marktgeschehen, hatte aber zur Folge,
dass die Kammer bisher von unmittelbaren Ausfällen verschont
geblieben ist. „Insbesondere im festverzinslichen Bereich
vertraut die BVK in weiten Teilen auf Staatsanleihen oder Namensschuldnerverschreibungen
vorrangig deutscher Banken mit bester Bonität. Selbst im Fall
der Insolvenz einzelner Bankinstitute sind diese Einlagen ganz überwiegend
durch die Einlagensicherung, aber auch durch die dahinter stehenden
Werte gesichert. Ein Totalausfall größerer Anlagebeträge
kann damit nahezu ausgeschlossen werden“, so die BVK. Mittelbar
ist die BVK von den Kursverlusten an den Aktienmärkten berührt.
Angesichts der seit 2007 begonnenen Reduzierung des Aktienengagements
(auf jetzt rund 5 Prozent) löste die aktuelle Baisse bisher
aber noch keinen Abschreibungsbedarf aus. Der aktuelle Deckungsgrad
(das ist die Bedeckung der Verpflichtungsseite durch die Kapitalanlagen)
lag bei der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen zum Stand
30. September 2008 bei 107,1 Prozent und ist auch nach den Markteinbrüchen
des Monats Oktober ausreichend. Die geringen Abschreibungen, die
sich zum 30. September 2008 bei Wertpapierspezialfonds ergaben,
sind beim oben genannten Deckungsgrad bereits berücksichtigt. Ordentlich
positioniert
Mit einem Portfolio, das sich derzeit zu
etwa 80 Prozent aus bonitätsmäßig
hochwertigen festverzinslichen Rentenanlagen sowie direkt gehaltenen
Immobilien in besten Lagen und nur zu etwa 20 Prozent aus Anlagen
im breit gestreuten Spezialfondsbereich (Wertpapier- und Immobilienspezialfonds) – davon,
wie ausgeführt, rund fünf Prozent im Aktienbereich – zusammensetzt,
sah der Verwaltungsrat die VddB nach wie vor ordentlich positioniert.
Die einerseits „noch ordentliche Position“ der VddB
samt einem Rohüberschuss von rund elf Millionen Euro im Jahresabschluss
2007, die andererseits anhaltenden Turbulenzen samt der großen
Zahl ungeklärter Fragen (zum Beispiel Versorgungsausgleich,
Rentenbeginn mit 67, längere Rentenbezugsdauer) veranlassten
den Verwaltungsrat, auch alle Entscheidungen hinsichtlich von Renten-
oder Anwartschaftsdynamisierungen bis zu einer – tunlichst
gemeinsam mit der Orchesterversorgung – im Februar 2009 durchzuführenden
Sondersitzung zurückstellen. M. Beitragssätze –
Beitragsbemessungsgrenzen
im Jahr 2009
Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates sinkt der Beitragssatz
zur Arbeitslosenversicherung im Januar 2009 von 3,3 auf 2,8 Prozent.
Diese starke Reduzierung ist allerdings auf 18 Monate befristet.
Von Juli 2010 an soll der Beitragssatz wieder auf 3,0 Prozent
angehoben werden. Um rund vier Milliarden Euro werden Arbeitnehmer
und -geber durch die Beitragssenkung hälftig entlastet.
Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankversicherung steigt hingegen
um 0,6 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent zu Januar 2009 an; für
die Arbeitnehmer steigt er mithin auf 15,5 Prozent, da sie seit
Juli 2005 einen von ihnen allein zu tragenden Zusatzbeitrag von
0,9 Prozent entrichten müssen.
Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung
in Westdeutschland steigt 2009 um 100 auf 5.400 Euro monatlich,
in Ostdeutschland um 50 auf 4.550 Euro. In der gesetzlichen Kranken-
und Pflegeversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze einheitlich
in Deutschland um 75 auf 3.675 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze,
von der an Arbeitnehmer statt einer gesetzlichen auch eine private
Krankenversicherung abschließen können, steigt von 4.012,50
auf 4.050 Euro. Wir gratulieren
zum 25-jährigen VdO-Jubiläum
Ryosuke Saito, Deutsche
Oper Berlin
Adelheid Zetsche, Theater Bremen
Jörg Flick, Deutsche Oper am Rhein
Claudia Hildebrand, Deutsche Oper am Rhein
Christine Mayreder, Niedersächsische Staatstheater Hannover
Angelika Brückl, Bühnen der Stadt Köln
Matthias Klesy, Städtische Bühnen Münster
Martina Pieczyk, Theater Ulm
Leslaw Kowalski, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
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